GEG: Das gilt jetzt mit dem aktuellen Gebäudemodernisierungsgesetz
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) regelt die Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden und betrifft sowohl Neubauten als auch Bestandsgebäude in Deutschland.

GEG 2026: Das gilt jetzt mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz
Das Gebäudeenergierecht wurde 2026 grundlegend geändert: Seit Ende Juli gilt das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Was sich dadurch beim Heizungstausch, bei Sanierungen und für Eigentümer geändert hat, erklären wir Dir hier.
Das Wichtigste in Kürze
- Das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) wurde zum 29. Juli 2026 durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) abgelöst.
- Die einheitliche 65-%-Pflicht für erneuerbare Energien beim Heizungstausch ist entfallen. Eigentümer können ihre Heizungsart wieder grundsätzlich frei wählen.
- Auch neue Gas- und Ölheizungen sind möglich. Für fossile Brennstoffe greift künftig allerdings die sogenannte Bio-Treppe mit steigenden Anteilen klimafreundlicher Brennstoffe.
- Anforderungen an Energieeffizienz, Gebäudehülle, Energieausweise und bestimmte Sanierungsmaßnahmen bestehen weiterhin.
Was ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG)?
Das Gebäudeenergiegesetz war seit November 2020 das zentrale Bundesgesetz für die energetischen Anforderungen an Gebäude. Es führte frühere Regelwerke wie die Energieeinsparverordnung (EnEV), das Energieeinsparungsgesetz und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz zusammen.
Seit dem 29. Juli 2026 trägt das Regelwerk nach seiner umfassenden Reform den Namen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Viele grundlegende Vorschriften bleiben bestehen, während insbesondere die Regeln für Heizungen neu geordnet wurden.
Für welche Gebäude gilt das Gesetz?
Das Gebäudemodernisierungsgesetz betrifft grundsätzlich beheizte oder gekühlte Wohn- und Nichtwohngebäude. Damit ist es beispielsweise relevant, wenn Du:
- ein Haus neu baust,
- eine bestehende Immobilie sanierst,
- größere Bauteile austauschst,
- eine neue Heizung einbaust,
- ein älteres Haus kaufst oder erbst.
Was regelt das Gesetz konkret?
Im Mittelpunkt stehen weiterhin drei Bereiche:
- Energieeffizienz und Gebäudehülle: Anforderungen an den Energiebedarf sowie an Dämmung und Wärmeschutz.
- Heizungs- und Anlagentechnik: Vorgaben für neue Heizungen und eingesetzte Energieträger.
- Modernisierung bestehender Gebäude: Anforderungen, die beispielsweise bei bestimmten Sanierungsmaßnahmen oder einem Eigentümerwechsel greifen können.
Welche Pflichten Dich beim Kauf oder Erbe eines älteren Hauses konkret treffen können, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zur Sanierungspflicht beim Eigentümerwechsel.
Was hat sich beim GEG 2026 geändert?
Die größte Änderung 2026 betrifft die Heizung: Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz hat die bisherige einheitliche 65-%-Vorgabe abgeschafft und durch einen technologieoffeneren Ansatz mit steigenden Anforderungen an fossile Brennstoffe ersetzt.
Das Bundeskabinett hatte den Entwurf am 13. Mai 2026 beschlossen. Bundestag und Bundesrat verabschiedeten das Gesetz im Juli. Am 28. Juli wurde es im Bundesgesetzblatt verkündet; die wesentlichen Änderungen gelten seit dem 29. Juli 2026.
GEG vorher vs. GModG seit Juli 2026
Die früher wichtige Frist für die 65-%-Regel in Großstädten zum 1. November 2026 spielt damit für neue Entscheidungen keine Rolle mehr: Die zugrunde liegende einheitliche 65-%-Anforderung wurde vor diesem Termin aufgehoben.
GEG Heizung: Was gilt 2026 beim Heizungstausch?
Du bist seit Ende Juli 2026 nicht mehr verpflichtet, eine neue Heizung pauschal zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Wärmepumpe, Fernwärme, Biomasse, Hybridheizung sowie Gas- oder Ölheizung kommen grundsätzlich als Optionen infrage.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Heizungsart langfristig die gleichen Bedingungen hat. Berücksichtige gerade bei fossilen Lösungen die zukünftigen Anforderungen an die eingesetzten Brennstoffe und die laufenden Kosten.
Welche Technik zu Deinem Gebäude passt, hängt unter anderem von Dämmstandard, Wärmebedarf, vorhandenen Heizflächen und der lokalen Infrastruktur ab. Einen Überblick über verschiedene Möglichkeiten findest Du in unserem Ratgeber zur Heizungssanierung und modernen Heiztechnik.
Müssen alte Heizungen jetzt ausgetauscht werden?
Eine allgemeine Pflicht, eine funktionierende Heizung allein aufgrund ihres Alters sofort auszutauschen, gibt es nach der Reform nicht. Mit dem GModG sind auch die bisherigen Betriebsverbote für bestimmte ältere Heizkessel entfallen.
Das heißt aber nicht, dass sich der Austausch einer ineffizienten Heizung nicht lohnen kann. Energieverbrauch, Reparaturanfälligkeit und zukünftige Brennstoffanforderungen solltest Du bei Deiner Entscheidung weiterhin berücksichtigen.
Welche Vorschriften gibt es im Gebäudemodernisierungsgesetz?
Das GModG besteht nicht nur aus Heizungsregeln. Auch Anforderungen an Neubauten, bestehende Gebäude, energetische Sanierungen und Energieausweise bleiben relevant.
Anforderungen an Neubauten
Neue Gebäude müssen weiterhin energetische Mindeststandards erfüllen. Dazu gehören Anforderungen an den Gesamtenergiebedarf und den baulichen Wärmeschutz.
Die bisherige zusätzliche Vorgabe, dass die Wärmeversorgung pauschal zu mindestens 65 % aus erneuerbaren Energien stammen muss, ist dagegen entfallen.
Anforderungen an Bestandsgebäude und Sanierung
Auch im Bestand bestehen weiterhin energetische Anforderungen. Relevant werden sie beispielsweise, wenn größere Teile eines Außenbauteils verändert oder bestimmte Nachrüstpflichten ausgelöst werden.
Beim Eigentümerwechsel können zudem besondere Fristen für ältere Ein- und Zweifamilienhäuser gelten. Prüfe deshalb vor einem Hauskauf nicht nur den baulichen Zustand, sondern auch den energetischen Zustand.
Eine wichtige Grundlage dafür ist der Energieausweis beim Hauskauf. Er zeigt unter anderem Energiebedarf beziehungsweise -verbrauch, Energieträger und die Energieeffizienzklasse der Immobilie.
Die Bio-Treppe ab 2029
Die Bio-Treppe ist eine der wichtigsten Neuerungen des GModG. Wer unter diese Regelung fällt und weiterhin mit Gas, Heizöl oder Flüssiggas heizt, muss schrittweise einen höheren Anteil klimafreundlicher Brennstoffe einsetzen.
Als klimafreundliche Brennstoffe kommen beispielsweise Biomethan, Bioheizöl, biogenes Flüssiggas oder bestimmte Wasserstoffarten und daraus hergestellte Energieträger infrage.
Die Bundesregierung sieht außerdem vor, dass Brennstoffe für Heizungen ab 2045 vollständig klimaneutral sein müssen.
Für Deine Heizungsentscheidung bedeutet das: Eine Gas- oder Ölheizung ist rechtlich wieder möglich. Du solltest aber nicht nur den Anschaffungspreis betrachten, sondern auch die langfristige Verfügbarkeit und Preisentwicklung der künftig benötigten klimafreundlichen Brennstoffe.
Solarpflicht für Neubauten ab 2030
Ab 2030 werden auch die Anforderungen an Solarenergie bei Neubauten verschärft. Nach der europäischen Gebäuderichtlinie EPBD müssen neue Gebäude so geplant werden, dass sich ihr Potenzial zur Nutzung von Sonnenenergie optimal ausschöpfen lässt. Dächer und die übrige Gebäudekonstruktion sollen deshalb für die Installation einer Photovoltaik- oder Solarthermieanlage geeignet sein. Bei neuen Wohngebäuden ist ab 2030 grundsätzlich eine Solaranlage vorgesehen, sofern sie technisch geeignet sowie wirtschaftlich und funktionell realisierbar ist. Wie die Vorgaben im Einzelfall gelten, hängt auch von ihrer nationalen Umsetzung ab.
Welche Zuschüsse, Kredite und steuerlichen Vorteile Du für eine Photovoltaikanlage nutzen kannst, erfährst Du in unserem Ratgeber zur Photovoltaik-Förderung 2026.
Förderung: Was gilt nach der GEG-Reform?
ƒ (BEG) zum 21. Juli 2026 angepasst und führt die Förderung von Gebäudesanierungen und Heizungstausch weiter.
Welche Förderung für Dein Vorhaben infrage kommt, hängt von Maßnahme, Gebäude und Deinen persönlichen Voraussetzungen ab. Einen Überblick findest Du in unserem Ratgeber zur KfW-Förderung für Hauskauf und Sanierung.
Häufige Fragen zum GEG 2026 und Gebäudemodernisierungsgesetz
Wann kommt das Gebäudemodernisierungsgesetz?
Das Gebäudemodernisierungsgesetz ist bereits in Kraft. Es wurde am 28. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet; die wesentlichen Änderungen gelten seit dem 29. Juli 2026. Damit ist der im ursprünglichen Gesetzgebungsverfahren diskutierte zukünftige Inkrafttretenszeitpunkt überholt.
Was ändert sich im GEG 2026?
Die wichtigste Änderung ist der Wegfall der einheitlichen 65-%-Vorgabe für erneuerbare Energien beim Heizungstausch. Eigentümer können ihre Heiztechnik grundsätzlich frei wählen. Für fossile Heizungen gelten dafür künftig steigende Anforderungen an klimafreundliche Brennstoffe über die Bio-Treppe.
Welche Vorschriften und Regeln gibt es im Gebäudeenergiegesetz?
Das heutige Gebäudemodernisierungsgesetz regelt unter anderem den energetischen Standard von Neubauten, Anforderungen an Gebäudehülle und Anlagentechnik, Energieausweise sowie bestimmte Pflichten bei Sanierungen und Bestandsgebäuden.
Gilt die Sanierungspflicht nach dem GModG weiter?
Ja. Die Reform betrifft vor allem die Heizungsregeln und bedeutet nicht, dass sämtliche energetischen Anforderungen an Bestandsgebäude aufgehoben wurden. Vorgaben etwa für Dämmung, Leitungen oder größere Änderungen an der Gebäudehülle bestehen weiterhin.
Was ist die Bio-Treppe und wen betrifft sie?
Die Bio-Treppe schreibt für bestimmte fossile Heizungen schrittweise steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe vor. Sie beginnt 2029 mit 10 %, steigt 2030 auf 15 %, 2035 auf 30 % und 2040 auf 60 %.
Fazit: Was bedeutet das GModG 2026 für Dich?
Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz haben sich die Regeln für Heizungen deutlich verändert. Die bisherige 65-%-Vorgabe ist weggefallen und Du hast bei der Heiztechnik wieder mehr Auswahl. Energetische Anforderungen an Gebäude und bestimmte Sanierungspflichten bestehen jedoch weiterhin.
Vor allem bei einem Hauskauf oder einer geplanten Sanierung lohnt es sich deshalb, nicht nur einzelne gesetzliche Vorgaben zu betrachten, sondern den energetischen Zustand Deines Hauses insgesamt zu prüfen.
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