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Miete
Hauskauf

Wie funktioniert ein Mietkauf? Vor- und Nachteile im Überblick

Ein Mietkauf bietet die Möglichkeit, eine Immobilie durch Mietzahlungen mit Anrechnung auf den Kaufpreis später zu erwerben, wobei die finanzielle Vorteilhaftigkeit maßgeblich vom Anteil der Mietanrechnung und den Vertragsbedingungen abhängt.

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Fröhlicher Mann umarmt seine Freundin und schaut mit einem Hauch von Lächeln auf seinem Gesicht nach vorne. Häuser sind unscharf im Hintergrund.

Alles Wichtige auf einen Blick:

  • Beim Mietkauf wird eine Immobilie zunächst gemietet, mit der Option oder Pflicht, sie später zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen. Ein Teil der Miete kann auf den Kaufpreis angerechnet werden.
  • Vorteile und Risiken: Ein Mietkauf ermöglicht Wohnen ohne sofortiges Eigenkapital, birgt aber Risiken wie überhöhte Kaufpreise, unklare Instandhaltungspflichten und Finanzierungsunsicherheit nach der Mietphase.
  • Die finanzielle Attraktivität des Mietkaufs hängt stark vom Anrechnungsanteil der Miete ab: Je höher dieser ist, desto eher lohnt sich das Modell gegenüber einer klassischen Baufinanzierung.

Du willst ein Haus kaufen, verfügst jedoch nicht über das nötige Eigenkapital oder möchtest Dich aber nicht sofort an eine Immobilie binden? Dann könnte ein Mietkauf für Dich interessant sein. Bei dieser Art des Immobilienkaufs wird eine Immobilie mit der Option zum späteren Kauf gemietet, wobei ein Teil der geleisteten Mietzahlungen als Anzahlung auf den Immobilienpreis angerechnet wird.

Wie funktioniert ein Mietkauf?

Bei einem Mietkauf wird eine Immobilie angemietet und den Mietern die Option zugesichert, die Immobilie an einem späteren Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis erwerben zu können. Je nach Vertrag kann sich auch eine Pflicht für die Mieter ergeben, die Immobilie im Anschluss an die Mietphase zu kaufen. Die Miete, die die späteren Käufer während der Mietphase an den Verkäufer zahlen, wird später teilweise mit dem Kaufpreis verrechnet. Welcher Anteil der Mietzahlungen für die Anrechnung auf den Kaufpreis genutzt wird, ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich und wird vertraglich festgehalten. 

Zudem ist oftmals auch zu Beginn der Mietphase ein Teil des Kaufpreises als Anzahlung zu leisten. Während die zukünftigen Käufer zur Miete wohnen, haben sie Zeit, mehr Eigenkapital anzusparen, und können so zum Zeitpunkt des Kaufs bessere Zinskonditionen erhalten.

Der Mietkauf einer Immobilie: Die Vor- und Nachteile

Im Vergleich zu einer klassischen Baufinanzierung bietet der Mietkauf sowohl Vor- als auch Nachteile: 

Vorteile

  • kein sofortiges Eigenkapital nötig
  • sofortige Nutzung der Immobilie
  • keine Kaufpreissteigerungen während der Mietphase
  • Ansparen von Eigenkapital während der Mietphase möglich
  • weniger strenge Bonitätsprüfung als bei herkömmlichen Baufinanzierungen

Nachteile

  • höhere Gesamtkosten als eine übliche Finanzierung
  • oftmals höherer Kaufpreis als bei vergleichbaren Immobilien
  • Verlust von geleisteten Zahlungen beim Rücktritt vom Kauf
  • meist keine vollständige Anrechnung der Mietkosten auf den Kaufpreis

Tipps für den Mietkauf

Da sich der Mietkauf einer Immobilie so stark von einem herkömmlichen Erwerb unterscheidet, gibt es einige Tipps, die Hauskäufer für den reibungslosen Ablauf beachten sollten.

  • Vertrag prüfen lassen
    Ein Mietkaufvertrag unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichen Miet- oder Immobilienkaufverträgen. Bleib auf der sicheren Seite und lass den Vertrag von einem Experten wie einem Fachanwalt für Miet- und Wohneigentumsrecht prüfen. So erkennst Du etwaige Lücken und nachteilige Klauseln schon vor der Unterschrift.
  • Kaufpreis vergleichen
    Der Kaufpreis wird beim Mietkauf zu Anfang der Mietphase festgelegt. Der Zeitpunkt, zu dem Du den gesamten Kaufpreis zahlen musst, liegt allerdings weit in der Zukunft. Daher ist es essentiell, sich über die Wertentwicklung von vergleichbaren Immobilien in der Region zu informieren und den geforderten Kaufpreis mit diesen zu vergleichen. So bezahlst Du niemals zu viel für die Immobilie.
  • Kaufverpflichtung klären
    Während manche Mietkaufverträge zum Kauf nach Ablauf der Mietphase verpflichten, bieten andere Verträge lediglich die Option zum Kauf. Gehe sicher, dass das gewählte Vertragsmodell zu Deinen langfristigen Zielen und Deiner zukünftigen Lebensplanung passt, sodass Du keine Verpflichtungen eingehst, die Du später bereust.
  • Instandhaltung in der Mietphase
    Kläre frühzeitig, ob während der Mietphase Du oder der Verkäufer für die Instandhaltung der Immobilie verantwortlich ist. Solltest Du die Instandhaltungskosten tragen müssen, ist es ratsam, diese in Deinen Finanzplan mit einzubeziehen.
  • Finanzierung & Bonität absichern
    Nach Ablauf der Mietphase benötigst Du für den Kauf der Immobilie eine Baufinanzierung. Damit Du diese sicher bekommst, solltest Du schon zu Beginn der Mietphase Deine Bonität in Erfahrung bringen und mit einem Experten für Baufinanzierungen über Dein zukünftiges Kreditvorhaben sprechen. So steht dem Hauskauf nichts mehr im Wege.

Rechenbeispiele: Lohnt sich ein Mietkauf?

Der Mietkauf einer Immobilie ist häufig mit hohen Risiken und erhöhten Kosten verbunden. Besonders lohnt er sich für Käufer ohne Eigenkapital, etwa bei einer Immobilienübergabe innerhalb der Familie. In solchen Fällen kann die Immobilie durch Mietzahlungen schrittweise abbezahlt werden, oft ohne Anzahlung oder feste Restsumme, wenn sich beide Parteien darauf vertraglich einigen. Außerhalb von Familien ist entscheidend, welcher Anteil der gezahlten Mietkosten auf den Kaufpreis angerechnet wird. Wir haben für verschiedene Anrechnungsanteile nachgerechnet, ob sich der Mietkauf oder die herkömmliche Baufinanzierung mehr lohnt:

0 % Anrechnung:

Wird die Miete nicht auf den Kaufpreis angerechnet, sind die Kosten im Vergleich zu einer regulären Baufinanzierung deutlich höher. Im Rechenbeispiel mit 300.000 € Kaufpreis für die Immobilie und 30 Jahren Laufzeit zu marktüblichen Zinsen zahlen Käufer beim Mietkauf über 24.000 € mehr als bei einer üblichen Baufinanzierung.

Mietkauf herkömmliche Baufinanzierung
Kaufpreis 300.000 € 300.000 €
Laufzeit 5 Jahre Mietphase
25 Jahre Finanzierung
30 Jahre Finanzierung
Zinssatz 3,6 % 3,6 %
Mietkosten 60.000 € 0 €
angerechnete Mietkosten 0 € 0 €
Kreditbedarf 300.000 € 300.000 €
monatliche Rate 1.518 € 1.364 €
gezahlte Zinsen gesamt 155.402 € 191.017 €
Kosten gesamt 515.402 € 491.017 €

33 % Anrechnung:

Bei einem Anrechnungsanteil von einem Drittel der Mietzahlungen liegen die Kosten für den Mietkauf nur noch knapp 6.000 € über einer Baufinanzierung

Mietkauf herkömmliche Baufinanzierung
Kaufpreis 300.000 € 300.000 €
Laufzeit 5 Jahre Mietphase
25 Jahre Finanzierung
30 Jahre Finanzierung
Zinssatz 3,6 % 3,6 %
Mietkosten 60.000 € 0 €
angerechnete Mietkosten 20.000 € 0 €
Kreditbedarf 280.000 € 300.000 €
monatliche Rate 1.417 € 1.364 €
gezahlte Zinsen gesamt 145.042 € 191.017 €
Kosten gesamt 485.042 € 491.017 €

50 % Anrechnung:

Wird die Hälfte der Mietzahlungen angerechnet, profitiert der Käufer im Vergleich zu einer herkömmlichen Baufinanzierung. Hier liegt die Ersparnis bei über 20.000 €.

Mietkauf herkömmliche Baufinanzierung
Kaufpreis 300.000 € 300.000 €
Laufzeit 5 Jahre Mietphase
25 Jahre Finanzierung
30 Jahre Finanzierung
Zinssatz 3,6 % 3,6 %
Mietkosten 60.000 € 0 €
angerechnete Mietkosten 30.000 € 0 €
Kreditbedarf 270.000 € 300.000 €
monatliche Rate 1.366 € 1.364 €
gezahlte Zinsen gesamt 139.862 € 191.017 €
Kosten gesamt 469.862 € 491.017 €

80 % Anrechnung:

Einige Anbieter gewähren sogar eine 80-prozentige Anrechnung des Mietzinses auf den Kaufpreis. Hier sparen Käufer über 48.000 €.

Mietkauf herkömmliche Baufinanzierung
Kaufpreis 300.000 € 300.000 €
Laufzeit 5 Jahre Mietphase
25 Jahre Finanzierung
30 Jahre Finanzierung
Zinssatz 3,6 % 3,6 %
Mietkosten 60.000 € 0 €
angerechnete Mietkosten 48.000 € 0 €
Kreditbedarf 252.000 € 300.000 €
monatliche Rate 1.275 € 1.364 €
gezahlte Zinsen gesamt 130.538 € 191.017 €
Kosten gesamt 442.538 € 491.017 €

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"Immobilie vermieten: Dein 5-Schritte-Plan für erfolgreiche Vermietung"
Langfristig planen

Bevor Du Deine Immobilie vermietest, lohnt es sich, die langfristige Perspektive zu klären. Ob als Kapitalanlage oder mit Blick auf spätere Eigennutzung oder Verkauf: Ziel ist, Entscheidungen so zu treffen, dass sie flexibel, wirtschaftlich sinnvoll und rechtlich abgesichert sind.

Wichtige Aspekte dabei:

Finanzielle Planung - Mieteinnahmen realistisch kalkulieren, Rücklagen einplanen, Verwaltung überschaubar halten.

Rechtliche Sicherheit - Alle Vereinbarungen und Fristen transparent und korrekt regeln.

Vertragsgestaltung - Mietverträge so gestalten, dass sie Deinen Zielen entsprechen und Anpassungen bei Bedarf ermöglichen.

Marktorientierte Mietpreise - Faire, marktgerechte Mieten sichern Einnahmen und erleichtern spätere Entscheidungen.

Recht & Alltag zusammen denken

Damit die Vermietung gut läuft, müssen rechtliche Vorgaben und der Vermietungsalltag zusammenpassen. Das bedeutet: Mietvertrag, Nebenkosten-abrechnung und Instandhaltungsplan früh mit rechtlicher Unterstützung erstellen und klar dokumentieren.

Gleichzeitig lohnt es sich, die Abläufe im Alltag klar zu regeln: Wer kümmert sich um Anfragen, Reparaturen oder Wartungen? Klare Abläufe und transparente Kommunikation machen den Alltag planbar und sorgen dafür, dass alles reibungslos läuft.

Finanziell realistisch bleiben

Neben den Mieteinnahmen gehören Rücklagen für Instandhaltung, Leerstände und unerwartete Kosten zur Kalkulation. Nur mit einem klaren Zahlenbild lassen sich gute Entscheidungen treffen.

Kaufnebenkosten: einmalig
  • Grunderwerbsteuer
  • Notarkosten
  • Grundbuchkosten
Finanzierungskosten: laufend
  • Zinsen
  • ggf. Bereitstellungszinsen
Betriebskosten: umlagefähig
  • Heizkosten
  • Warmwasser
  • Kaltwasser
  • Abwasser
  • Müllabfuhr
  • Straßenreinigung
  • Grundsteuer
  • Hausstrom
  • Aufzug
  • Gebäudereinigung
  • Gartenpflege
  • Schornsteinfeger
  • Gebäude-Sachversicherung
  • Haftpflichtversicherung
  • Kabelanschluss / Gemeinschaftsantenne
Betriebskosten: nicht umlagefähig
  • Reparaturen
  • Instandhaltung
  • Instandsetzung
  • Bankgebühren
  • Verwaltungskosten
  • Rücklagenzuführung
  • Kosten für Neuvermietung
Versicherungen: laufend, nicht umlagefähig
  • Mietausfallversicherung
  • Rechtsschutzversicherung für Vermieter:innen
Rücklagen
  • Rücklagen für größere Sanierungen
  • Leerstand oder ungeplante Ausgaben
Eine gute Grundlage für Deine Entscheidung bilden überprüfbare Informationen der potenziellen Mietpartei wie:
  • eine vollständig ausgefüllte Selbstauskunft
  • ein Arbeitsvertrag und die drei letzten Einkommensnachweise 
  • eine aktuelle Schufa-Auskunft

Diese Unterlagen geben Dir Orientierung, ob die Miete langfristig machbar ist.

Beispiele für typische Aufgaben einer Hausverwaltung:
  • Erstellung und Versand der Nebenkostenabrechnungen
  • Organisation von Reparaturen, Wartung und Instandhaltung
  • Verwaltung von Mietverträgen, Kautionen und Mieterakten
  • Kommunikation mit Handwerker:innenBehörden, oder Dienstleistern
  • Durchführung von regelmäßigen Wohnungsbegehungen und Kontrollen
  • Unterstützung bei Mieterwechseln, z. B. Wohnungsübergaben und Abnahmen

Wann darf die Miete erhöht werden?

Bei Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete

Die Miete darf höchstens so hoch sein, wie andere vergleichbare Wohnungen in der Umgebung (Mietspiegel), gesetzlich geregelt durch §558 BGB.

Nach Modernisierung

Führst Du Modernisierungen durch (z. B. neue Heizung, Fenster, Dämmung), darf ein Teil der Kosten auf die Miete umgelegt werden, §559 BGB.

Staffel- oder Indexmiete

Bei vertraglich vereinbarter Staffelmiete oder Indexmiete sind Erhöhungen im Mietvertrag festgelegt.

Fristen beachten

Mieterhöhungen müssen in der Regel mindestens drei Monate vorher angekündigt werden. Bei der Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete darf die Miete innerhalb von drei Jahren höchstens um 20 % steigen (in einigen Regionen 15 % - örtliche Regelungen beachten).

Wann darf eine Abmahnung erfolgen?

Vertragsverletzungen

Wenn Mieter:innen wiederholt Pflichten aus dem Mietvertrag verletzen, z. B. zahlungsrückstände, Ruhestörungen, unerlaubte Untervermietung oder Schäden an der Wohnung.

Vor Kündigung

Bei schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen ist eine Abmahnung häufig Voraussetzung, bevor eine fristgerechte Kündigung rechtlich wirksam werden kann.

Tipps:

Sachlich bleiben - Die Abmahnung soll informieren, nicht bestrafen.

Dokumentieren - Bewahre Kopien auf, um bei späteren Streitigkeiten abgesichert zu sein.

Zeitnah reagieren - Je schneller Du auf Verstöße reagierst, desto eher lassen sich Konflikte klären.

Wie muss eine Abmahnung zugestellt werden?

Schriftform empfohlen

Eine schriftliche Abmahnung ist rechtlich belastbarer und dokumentiert den Vorgang.

Zustellung

Am besten persönlich gegen Unterschrift oder per Einschreiben, damit Du nachweisen kannst, dass die Abmahnung zugestellt wurde.

Inhalt
  • Konkrete Beschreibung des Verstoßes
  • Bezug auf die entsprechende Vertrags- oder Rechtsgrundlage
  • Aufforderung, das Verhalten künftig zu ändern
  • Hinweis auf mögliche rechtliche Konsequenzen bei Wiederholung
Fristen und Gründe
Wann darf ich kündigen?
Ordentliche Kündigung durch den Vermieter

Die gesetzlichen Mindestkündigungsfristen richten sich nach der Mietdauer, §573c BGB:

  • bis 5 Jahre Mietdauer 3 Monate
  • 5-8 Jahre 6 Monate
  • über 8 Jahre 9 Monate
Welche Gründe sind zulässig?
Zulässige Kündigungsgründe, §573 BGB
  • Eigenbedarf
  • Dauerhafte Vertragsverletzungen (z. B. wiederholte Mietrückstände)
  • Wirtschaftliche oder betriebliche Notwendigkeit
Wann ist eine fristlose Kündigung möglich?
Außerordentliche (fristlose) Kündigung, §543 BGB

Nur bei schwerwiegenden Pflichtverletzungen, z. B. erhebliche Zahlungsverzüge oder starke Störungen.

Welche Form ist zu beachten?
Schriftform Pflicht

Die Kündigung muss immer schriftlich erfolgen. Mündliche Kündigungen sind unwirksam.

Zustellung
  • Persönlich mit Unterschrift der Mieter:in oder
  • Per Einschreiben mit Rückschein
Zugestellt gilt die Kündigung

Sobald sie in den Machtbereich des Empfängers gelangt, sodass er die Möglichkeit hat, sie zur Kenntnis zu nehmen (z. B. beim Einwurf in den Briefkasten oder persönliche Übergabe).

Was ist zu dokumentieren?
Alle Schritte, Termine und Zustellungen

Die sollten sorgfältig dokumentiert werden, um im Streitfall rechtlich abgesichert zu sein.

Was ist darüber hinaus zu beachten?
Kommunikation, Reagieren und Absprachen

Klare Kommunikation, zeitnahes Reagieren auf Probleme und transparente Absprachen helfen oft, Kündigungen zu vermeiden. Ein offenes Mietverhältnis kann viele Konflikte schon im Vorfeld lösen.