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Finanzierung

Zweite Immobilie als Kapitalanlage: Lohnt sich das 2026 wirklich?

Eine zweite Immobilie als Kapitalanlage klingt nach sicherem Vermögensaufbau, doch gilt das 2026 noch? Erfahre, unter welchen Bedingungen sich eine Zweitimmobilie wirklich rechnet.

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Bild einer 5-stöckigen Neubausiedlung im Grünen

Das Wichtigste in Kürze

  • Immobilie als Kapitalanlage: Kann sich 2026 weiterhin lohnen – aber nicht pauschal.
  • Zweite Immobilie als Kapitalanlage: Besonders sinnvoll bei langfristigem Horizont und realistischen Rendite- und Risikoerwartungen.
  • Marktumfeld: Lage, Zustand und Preisniveau sind entscheidender als früher.
  • Rendite: Nicht die Bruttomiete zählt, sondern Nettorendite und Cashflow.
  • Risiken: Zinsen, Regulierung und Instandhaltung müssen strategisch einkalkuliert werden.

Eine Immobilie als Kapitalanlage gilt seit Jahrzehnten als verlässlicher Baustein im eigenen Portfolio für den langfristigen Vermögensaufbau. Doch das Umfeld hat sich verändert: höhere Zinsen, verschärfte gesetzliche Vorgaben, etwa im Bereich Energieeffizienz, Mietrecht und Finanzierungsvorgaben, sowie eine stärkere Preisdifferenzierung nach Lage und Zustand.

Die entscheidende Frage lautet daher: Lohnt sich eine Zweitimmobilie als Kapitalanlage 2026 wirklich noch oder nur unter bestimmten Bedingungen?

Was bedeutet eine Zweitimmobilie kaufen als Kapitalanlage?

Eine Zweitimmobilie als Kapitalanlage ist ein Objekt, das nicht selbst genutzt, sondern gezielt zur Vermögensbildung erworben wird. Die Erträge entstehen durch:

  • laufende Mieteinnahmen
  • langfristige Wertentwicklung
  • steuerliche Effekte über Abschreibung und Kosten

Typische Formen sind:

  • vermietete Eigentumswohnungen
  • kleine Mehrfamilienhäuser
  • Zinshäuser
  • Ferienimmobilien mit Vermietung

Vermietete Eigentumswohnungen sind der häufigste Einstieg, da sie überschaubare Investitionssummen und eine einfache Verwaltung bieten. Kleine Mehrfamilienhäuser ermöglichen mehrere Mieteinnahmen innerhalb eines Objekts und verteilen das Leerstandsrisiko. Zinshäuser sind vollständig vermietete Wohn- oder Wohn-Geschäftshäuser, bei denen die laufenden Mieteinnahmen („Zinsen“) im Vordergrund stehen. Ferienimmobilien können höhere Einnahmen erzielen, sind jedoch stärker von Auslastung, Standort und Verwaltung abhängig.

Im Mittelpunkt steht immer die Frage: Trägt sich das Objekt wirtschaftlich auch über viele Jahre hinweg?

Immobilie als Kapitalanlage: Was sich 2026 verändert

Der Markt für Immobilien als Kapitalanlage ist 2026 deutlich selektiver als noch vor einigen Jahren.

Zentrale Veränderungen:

  • Höhere Finanzierungskosten
    Resultierend aus dem gestiegenen Zinsniveau nach dem Ende der expansiven Geldpolitik. Während der Niedrigzinsphase (ca. 2015 bis 2021) waren Bauzinsen historisch niedrig, heute liegen sie spürbar höher und wirken sich direkt auf Rendite und Cashflow aus.

  • Stärkere Preisunterschiede zwischen guten und schwachen Lagen
    Immobilien in wirtschaftlich stabilen Regionen mit guter Infrastruktur, Arbeitsmarkt und nachhaltiger Nachfrage (z. B. wachsende Mittelstädte, gut angebundene Ballungsräume) bleiben gefragt. Dagegen geraten Objekte in strukturschwachen oder schrumpfenden Regionen deutlich stärker unter Preisdruck.

  • Mehr Verhandlungsspielraum bei realistischen Angeboten
    Durch höhere Finanzierungskosten und eine geringere Zahl an Käufern sind Verkäufer häufiger zu Preisnachlässen bereit, insbesondere bei sanierungsbedürftigen Objekten oder überzogenen Preisvorstellungen. Das schafft Chancen für gut vorbereitete Käufer.

  • Höhere Bedeutung von Energieeffizienz und Zustand
    Energiekosten, gesetzliche Vorgaben und Finanzierungsauflagen rücken energetische Qualität stärker in den Fokus. Immobilien mit schlechter Energieeffizienz verursachen höhere laufende Kosten, erfordern Investitionen und lassen sich schwieriger finanzieren oder vermieten.

Das Ergebnis:
Nicht jede Immobilie ist automatisch eine gute Kapitalanlage. Sorgfältig kalkulierte Objekte in passenden Lagen können jedoch, gerade durch realistischere Preise, wieder attraktiver sein als in den Hochpreisphasen der vergangenen Jahre.

Wann lohnt sich eine zweite Immobilie als Kapitalanlage?

Eine zweite Immobilie als Kapitalanlage lohnt sich vor allem dann, wenn mehrere Faktoren zusammenpassen:

Lage & Nachfrage

  • stabile oder wachsende Mietnachfrage
  • funktionierende Infrastruktur
  • langfristig attraktive Region

Wirtschaftlichkeit

  • realistisch angesetzte Mieteinnahmen
  • ausreichender Puffer für Leerstand
  • langfristig tragbarer Cashflow

Persönliche Strategie

  • langfristiger Anlagehorizont
  • Bereitschaft, Kapital zu binden
  • Fokus auf Stabilität statt kurzfristiger Gewinne

Rendite richtig bewerten: Mehr als nur die Miete

Ein häufiger Fehler bei der Immobilie als Kapitalanlage ist der Blick auf die Bruttomiete. Entscheidend ist jedoch die Nettobetrachtung.

Berücksichtigt werden sollten:

  • Kaufpreis inklusive Nebenkosten
    Zum tatsächlichen Kapitaleinsatz zählen neben dem Kaufpreis auch Grunderwerbsteuer, Notar-, Grundbuch- und ggf. Maklerkosten.

  • laufende Kosten für Verwaltung und Instandhaltung
    Dazu gehören Rücklagen, Reparaturen, Verwaltungskosten sowie nicht umlagefähige Nebenkosten, die regelmäßig anfallen.

  • steuerliche Belastung der Mieteinnahmen
    Mieteinnahmen erhöhen das zu versteuernde Einkommen, wobei Zinsen, Abschreibungen und Kosten den steuerpflichtigen Betrag mindern können.

  • Entwicklung von Zinsen und Ausgaben über die Zeit
    Steigende Zinsen bei Anschlussfinanzierungen oder wachsende Kosten können die Rendite langfristig deutlich beeinflussen.

Erst aus dieser Gesamtbetrachtung ergibt sich, ob eine Immobilie langfristig wirtschaftlich sinnvoll ist.

Chancen und Risiken einer Zweitimmobilie als Kapitalanlage

Chancen

  • Langfristiger Vermögensaufbau
    Immobilien können über viele Jahre an Wert gewinnen und eignen sich besonders für eine langfristig ausgerichtete Vermögensstrategie.

  • Laufende Einnahmen
    Regelmäßige Mieteinnahmen können zur Finanzierung beitragen und langfristig einen stabilen Cashflow erzeugen.

  • Inflationsschutz durch Sachwert
    Als Sachwert können Immobilien inflationsbedingte Geldwertverluste teilweise ausgleichen, da Mieten und Immobilienwerte langfristig mitsteigen können.

  • Steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten
    Kosten für Finanzierung, Abschreibungen und laufende Ausgaben können steuerlich berücksichtigt werden und die Nettorendite verbessern.

Risiken

  • Steigende Zinsen bei Anschlussfinanzierungen
    Nach Ablauf der Zinsbindung kann eine höhere Anschlussrate die laufende Belastung spürbar erhöhen und den Cashflow reduzieren.

  • Leerstandsphasen
    Zeitweise fehlende Mieteinnahmen belasten die Finanzierung, insbesondere wenn Fixkosten und Kreditraten weiterlaufen.

  • Unerwartete Reparaturen
    Instandhaltungs- oder Sanierungsmaßnahmen können ungeplant hohe Kosten verursachen und Rücklagen erfordern.

  • Regulatorische Änderungen
    Anpassungen im Mietrecht, bei energetischen Vorgaben oder steuerlichen Rahmenbedingungen können Erträge, Kosten oder Investitionsbedarf beeinflussen und sollten langfristig in die Planung einbezogen werden.

Eine gute Strategie reduziert diese Risiken, sie verschwinden aber nie vollständig.

Für wen lohnt sich eine Immobilie als Kapitalanlage 2026?

Eine Immobilie als Kapitalanlage ist 2026 vor allem sinnvoll für Menschen, die:

  • langfristig planen.
  • Schwankungen finanziell aushalten können.
  • nicht auf kurzfristige Gewinne angewiesen sind.
  • ihre Immobilie als Teil eines größeren Vermögenskonzepts sehen.

Weniger geeignet ist sie für:

  • kurzfristige Spekulation.
  • knappe Liquidität.
  • fehlende Rücklagen.

Deine nächsten Schritte mit effi

Eine weitere Immobilie ist eine wichtige Entscheidung. Wir unterstützen Dich dabei, Deine finanzielle Situation realistisch einzuschätzen, Chancen und Risiken abzuwägen und eine Finanzierung zu finden, die langfristig zu Dir passt.

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Langfristig planen

Bevor Du Deine Immobilie vermietest, lohnt es sich, die langfristige Perspektive zu klären. Ob als Kapitalanlage oder mit Blick auf spätere Eigennutzung oder Verkauf: Ziel ist, Entscheidungen so zu treffen, dass sie flexibel, wirtschaftlich sinnvoll und rechtlich abgesichert sind.

Wichtige Aspekte dabei:

Finanzielle Planung - Mieteinnahmen realistisch kalkulieren, Rücklagen einplanen, Verwaltung überschaubar halten.

Rechtliche Sicherheit - Alle Vereinbarungen und Fristen transparent und korrekt regeln.

Vertragsgestaltung - Mietverträge so gestalten, dass sie Deinen Zielen entsprechen und Anpassungen bei Bedarf ermöglichen.

Marktorientierte Mietpreise - Faire, marktgerechte Mieten sichern Einnahmen und erleichtern spätere Entscheidungen.

Recht & Alltag zusammen denken

Damit die Vermietung gut läuft, müssen rechtliche Vorgaben und der Vermietungsalltag zusammenpassen. Das bedeutet: Mietvertrag, Nebenkosten-abrechnung und Instandhaltungsplan früh mit rechtlicher Unterstützung erstellen und klar dokumentieren.

Gleichzeitig lohnt es sich, die Abläufe im Alltag klar zu regeln: Wer kümmert sich um Anfragen, Reparaturen oder Wartungen? Klare Abläufe und transparente Kommunikation machen den Alltag planbar und sorgen dafür, dass alles reibungslos läuft.

Finanziell realistisch bleiben

Neben den Mieteinnahmen gehören Rücklagen für Instandhaltung, Leerstände und unerwartete Kosten zur Kalkulation. Nur mit einem klaren Zahlenbild lassen sich gute Entscheidungen treffen.

Kaufnebenkosten: einmalig
  • Grunderwerbsteuer
  • Notarkosten
  • Grundbuchkosten
Finanzierungskosten: laufend
  • Zinsen
  • ggf. Bereitstellungszinsen
Betriebskosten: umlagefähig
  • Heizkosten
  • Warmwasser
  • Kaltwasser
  • Abwasser
  • Müllabfuhr
  • Straßenreinigung
  • Grundsteuer
  • Hausstrom
  • Aufzug
  • Gebäudereinigung
  • Gartenpflege
  • Schornsteinfeger
  • Gebäude-Sachversicherung
  • Haftpflichtversicherung
  • Kabelanschluss / Gemeinschaftsantenne
Betriebskosten: nicht umlagefähig
  • Reparaturen
  • Instandhaltung
  • Instandsetzung
  • Bankgebühren
  • Verwaltungskosten
  • Rücklagenzuführung
  • Kosten für Neuvermietung
Versicherungen: laufend, nicht umlagefähig
  • Mietausfallversicherung
  • Rechtsschutzversicherung für Vermieter:innen
Rücklagen
  • Rücklagen für größere Sanierungen
  • Leerstand oder ungeplante Ausgaben
Eine gute Grundlage für Deine Entscheidung bilden überprüfbare Informationen der potenziellen Mietpartei wie:
  • eine vollständig ausgefüllte Selbstauskunft
  • ein Arbeitsvertrag und die drei letzten Einkommensnachweise 
  • eine aktuelle Schufa-Auskunft

Diese Unterlagen geben Dir Orientierung, ob die Miete langfristig machbar ist.

Beispiele für typische Aufgaben einer Hausverwaltung:
  • Erstellung und Versand der Nebenkostenabrechnungen
  • Organisation von Reparaturen, Wartung und Instandhaltung
  • Verwaltung von Mietverträgen, Kautionen und Mieterakten
  • Kommunikation mit Handwerker:innenBehörden, oder Dienstleistern
  • Durchführung von regelmäßigen Wohnungsbegehungen und Kontrollen
  • Unterstützung bei Mieterwechseln, z. B. Wohnungsübergaben und Abnahmen

Wann darf die Miete erhöht werden?

Bei Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete

Die Miete darf höchstens so hoch sein, wie andere vergleichbare Wohnungen in der Umgebung (Mietspiegel), gesetzlich geregelt durch §558 BGB.

Nach Modernisierung

Führst Du Modernisierungen durch (z. B. neue Heizung, Fenster, Dämmung), darf ein Teil der Kosten auf die Miete umgelegt werden, §559 BGB.

Staffel- oder Indexmiete

Bei vertraglich vereinbarter Staffelmiete oder Indexmiete sind Erhöhungen im Mietvertrag festgelegt.

Fristen beachten

Mieterhöhungen müssen in der Regel mindestens drei Monate vorher angekündigt werden. Bei der Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete darf die Miete innerhalb von drei Jahren höchstens um 20 % steigen (in einigen Regionen 15 % - örtliche Regelungen beachten).

Wann darf eine Abmahnung erfolgen?

Vertragsverletzungen

Wenn Mieter:innen wiederholt Pflichten aus dem Mietvertrag verletzen, z. B. zahlungsrückstände, Ruhestörungen, unerlaubte Untervermietung oder Schäden an der Wohnung.

Vor Kündigung

Bei schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen ist eine Abmahnung häufig Voraussetzung, bevor eine fristgerechte Kündigung rechtlich wirksam werden kann.

Tipps:

Sachlich bleiben - Die Abmahnung soll informieren, nicht bestrafen.

Dokumentieren - Bewahre Kopien auf, um bei späteren Streitigkeiten abgesichert zu sein.

Zeitnah reagieren - Je schneller Du auf Verstöße reagierst, desto eher lassen sich Konflikte klären.

Wie muss eine Abmahnung zugestellt werden?

Schriftform empfohlen

Eine schriftliche Abmahnung ist rechtlich belastbarer und dokumentiert den Vorgang.

Zustellung

Am besten persönlich gegen Unterschrift oder per Einschreiben, damit Du nachweisen kannst, dass die Abmahnung zugestellt wurde.

Inhalt
  • Konkrete Beschreibung des Verstoßes
  • Bezug auf die entsprechende Vertrags- oder Rechtsgrundlage
  • Aufforderung, das Verhalten künftig zu ändern
  • Hinweis auf mögliche rechtliche Konsequenzen bei Wiederholung
Fristen und Gründe
Wann darf ich kündigen?
Ordentliche Kündigung durch den Vermieter

Die gesetzlichen Mindestkündigungsfristen richten sich nach der Mietdauer, §573c BGB:

  • bis 5 Jahre Mietdauer 3 Monate
  • 5-8 Jahre 6 Monate
  • über 8 Jahre 9 Monate
Welche Gründe sind zulässig?
Zulässige Kündigungsgründe, §573 BGB
  • Eigenbedarf
  • Dauerhafte Vertragsverletzungen (z. B. wiederholte Mietrückstände)
  • Wirtschaftliche oder betriebliche Notwendigkeit
Wann ist eine fristlose Kündigung möglich?
Außerordentliche (fristlose) Kündigung, §543 BGB

Nur bei schwerwiegenden Pflichtverletzungen, z. B. erhebliche Zahlungsverzüge oder starke Störungen.

Welche Form ist zu beachten?
Schriftform Pflicht

Die Kündigung muss immer schriftlich erfolgen. Mündliche Kündigungen sind unwirksam.

Zustellung
  • Persönlich mit Unterschrift der Mieter:in oder
  • Per Einschreiben mit Rückschein
Zugestellt gilt die Kündigung

Sobald sie in den Machtbereich des Empfängers gelangt, sodass er die Möglichkeit hat, sie zur Kenntnis zu nehmen (z. B. beim Einwurf in den Briefkasten oder persönliche Übergabe).

Was ist zu dokumentieren?
Alle Schritte, Termine und Zustellungen

Die sollten sorgfältig dokumentiert werden, um im Streitfall rechtlich abgesichert zu sein.

Was ist darüber hinaus zu beachten?
Kommunikation, Reagieren und Absprachen

Klare Kommunikation, zeitnahes Reagieren auf Probleme und transparente Absprachen helfen oft, Kündigungen zu vermeiden. Ein offenes Mietverhältnis kann viele Konflikte schon im Vorfeld lösen.