Notartermin Hauskauf: Die Checkliste (inkl. PDF)
Der Notartermin beim Hauskauf ist wichtig: Vorbereitung, Vertragsinhalte klären, Dokumente mitbringen, Ablauf verstehen, Kosten berücksichtigen.

Der Kauf eines Hauses ist ein aufregendes Ereignis in Deinem Leben, bringt aber auch viele Schritte mit sich, bei denen Sorgfalt geboten ist. Einer der wichtigsten Termine auf diesem Weg ist der Notartermin zum Hauskauf. Hier werden die Weichen für den Eigentumsübergang Deines zukünftigen Zuhauses gestellt. Dieser Schritt symbolisiert nicht nur den rechtlichen Rahmen des Immobilienkaufs, er ist auch essenziell für die Sicherung Deiner Rechte als Käufer. Umso wichtiger ist es, gut vorbereitet zu sein, damit dieser Tag reibungslos verläuft und Deinen Erwartungen entspricht.
In diesem Artikel erhältst Du eine umfassende Checkliste für Deinen Notartermin beim Hauskauf. Wir zeigen die wichtigsten Vertragsinhalte, die Du kennen solltest, erläutern den Ablauf des Notartermins und gehen auf die Kosten und Gebühren ein, die auf Dich zukommen. Mit der Checkliste für Deinen Notartermin stellst Du sicher, dass keine Details übersehen werden und Du gut informiert bist. So bleibst Du auf der sicheren Seite und kannst Dich voll und ganz auf den neuen Lebensabschnitt konzentrieren, der mit dem Kauf Deines Hauses beginnt.
Checkliste: Vor dem Notartermin
Um sicherzustellen, dass Dein Notartermin beim Hauskauf reibungslos verläuft, ist eine gute Vorbereitung entscheidend. Hierzu gehören die Prüfung des Kaufvertrags und die Absicherung der Finanzierung. Außerdem solltest Du die nötigen Unterlagen sortieren und allerletzte Rückfragen klären.
Prüfung des Kaufvertrags
Zur Prüfung des Kaufvertrags vor dem Notartermin stehen Dir in der Regel 14 Tage zur Verfügung. Den Vertragsentwurf solltest Du in diesem Zeitraum auf Vollständigkeit und Korrektheit prüfen. Besonders die folgenden Punkte sind zu beachten:
- Kaufpreis
- Grundstücksgröße und Flurstück
- Belastungen wie Hypotheken oder Dienstbarkeiten
Persönliche Daten der Vertragsparteien
Stelle sicher, dass im Vertragsentwurf die vollständigen und korrekten Daten aller Vertragsparteien aufgeführt sind, einschließlich:
- Vollständiger Name und Adresse
- Geburtsdaten
- Berufe
Weiterhin ist es entscheidend, alle notwendigen Unterlagen bereits vor dem Termin vorliegen zu haben. Unsere Checkliste für den Notartermin zum Hauskauf gibt Dir einen Überblick über die wichtigsten Dokumente.
Erforderliche Dokumente
- Personalausweis oder Reisepass
- Kaufvertragsentwurf
- Finanzierungszusage Deiner Bank
Ggf. zusätzlich erforderlich sind:
- Energieausweis: Dieser gibt Auskunft über die Energieeffizienz des Hauses.
- Aktuelle Grundbuchauszüge: Diese zeigen, ob das Haus lastenfrei ist oder ob noch alte Hypotheken und Grundschulden eingetragen sind.
Checkliste: Wichtige Vertragsinhalte
Kaufpreis und Zahlungsmodalitäten
Bei der Abwicklung Deines Hauskaufs ist die genaue Festlegung des Kaufpreises und der Zahlungsmodalitäten im Kaufvertrag von entscheidender Bedeutung. Der Kaufpreis wird üblicherweise als Einmalbetrag gezahlt, wobei auch Ratenzahlungen möglich sind, allerdings sollte dabei der Zeitpunkt des Eigentumsübergangs klar definiert sein. Wenn Du die Immobilie teilweise durch ein Bankdarlehen finanzierst, erfolgt die Zahlung oft über ein Notaranderkonto oder direkt an den Verkäufer. Es ist wichtig, dass alle Zahlungen dokumentiert und nachweisbar sind, um spätere Unklarheiten zu vermeiden. Zudem sollte der Vertrag Regelungen enthalten, die festlegen, wann genau der Kaufpreis fällig wird, und welche Konsequenzen bei Zahlungsverzug entstehen, einschließlich der Verzugszinsen.
Finanzierungsinformationen
Der Kaufvertrag sollte auch alle relevanten Details zu den Finanzierungsbedingungen enthalten. Dies umfasst die Höhe des Darlehens, die Zinsbedingungen und die Laufzeit der Finanzierung. Es ist ratsam, dass Du Dich genau über die Kreditkonditionen informierst und diese im Vertrag klar festgehalten werden. Prüfe auch, ob Du Sondertilgungsrechte hast, die Dir ermöglichen, das Darlehen schneller zurückzuzahlen. Achte darauf, dass alle Finanzierungsaspekte im Kaufvertrag aufgeführt sind, um sicherzustellen, dass keine späteren Missverständnisse oder rechtlichen Probleme entstehen.
Informationen zur Vermietung
Wenn das von Dir gekaufte Objekt vermietet ist, müssen im Kaufvertrag Regelungen zum Umgang mit bestehenden Mietverhältnissen getroffen werden. Dies schließt ein, ab wann die Mieten und Kautionen an Dich als neuen Eigentümer fließen. Der Verkäufer sollte Dich über bestehende Mietstreitigkeiten informieren. Zudem ist es wichtig, dass der Vertrag festlegt, dass Du ab der Zahlung des Kaufpreises ermächtigt bist, anstelle des Verkäufers Erklärungen gegenüber den Mietern abzugeben, wie zum Beispiel Kündigungen oder Mieterhöhungen. Dies stellt sicher, dass Du ab dem Zeitpunkt des Eigentumsübergangs alle Rechte und Pflichten aus den Mietverhältnissen übernimmst.
Entstehen bei der Vertragsprüfung Unklarheiten oder gibt es noch offene Fragen zwischen Dir und dem Verkäufer, ist jetzt der späteste Zeitpunkt, diese zu klären. Nimm telefonisch oder per E-Mail Kontakt zum Notar oder dem Verkäufer auf und räume Unsicherheiten aus dem Weg. Hast Du diese Punkte auf der Checkliste für den Notartermin abgehakt, geht es zum nächsten Schritt: dem Notartermin selbst.
Checkliste: Ablauf des Notartermins
Vorbereitung
Zu Beginn des Termins werden Du und der Verkäufer vom Notar persönlich in den Besprechungsraum geführt. Hier liegen bereits Leseexemplare des Kaufvertrags aus, die den aktuellen Stand widerspiegeln. Der Notar überprüft die Identität aller Anwesenden anhand ihrer Ausweispapiere und nimmt Einsicht in die relevanten Unterlagen wie die Finanzierungsdokumente und Informationen zu bestehenden Gläubigern des Verkäufers. Diese Phase ist entscheidend, um sicherzustellen, dass alle Parteien korrekt identifiziert sind und alle notwendigen Informationen für die Beurkundung vorliegen.
Durchführung
Während des Notartermins wird der Kaufvertrag von dem Notar laut und deutlich verlesen. Dies ist ein wichtiger Schritt, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten den Inhalt des Vertrags vollständig verstehen. Während der Verlesung können Fragen aufkommen, die vorab nicht bedacht wurden. Diese können direkt geklärt werden, um Missverständnisse zu vermeiden. Falls Änderungen am Vertrag notwendig sind, werden diese vom Notar handschriftlich am Rand des Dokuments vermerkt. Diese Änderungen bleiben in der Originalurkunde, die der Notar aufbewahrt, bestehen und sind jederzeit einsehbar. Nachdem alle Fragen geklärt und Änderungen notiert wurden, unterzeichnen alle Vertragsparteien den Kaufvertrag, was durch die Unterschrift des Notars beglaubigt wird.
Nachbereitung
Nach dem Notartermin übernimmt der Notar die Abwicklung des Verkaufs. Er veranlasst die notwendigen Schritte zur Eigentumsübertragung:
- Eintragung einer Auflassungsvormerkung beim Grundbuchamt
- Einreichung einer Veräußerungsanzeige beim Finanzamt
- Zahlung der Grunderwerbsteuer innerhalb von 4 Wochen nach Bescheid durch Finanzamt
- Nach Zahlung des Kaufpreises erfolgt die Eintragung im Grundbuch
Nach erfolgreichem Abschluss aller Formalitäten erhältst Du als neuer Eigentümer den Grundbuchauszug, der Dein Eigentum offiziell bestätigt.
Kosten & Gebühren für den Notartermin beim Hauskauf
Die Kosten und Gebühren beim Notartermin zum Hauskauf setzen sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen, die durch den Kaufpreis und den Umfang der notariellen Leistungen bestimmt werden. In Deutschland sind die Notarkosten durch das Gerichts- und Notarkostengesetz (GnotKG) festgelegt und nicht frei verhandelbar. Dies gewährleistet eine transparente und einheitliche Abrechnung.
Kostenaufteilung
Die Notarkosten beim Hauskauf beinhalten die Gebühr für die Beurkundung des Kaufvertrags und können zusätzliche Kosten für Vollzugstätigkeiten des Notars umfassen, wie das Einholen weiterer Dokumente und die Betreuung des Kaufprozesses. Bei der Nutzung eines Treuhandkontos, dem sogenannten Notaranderkonto, fallen zusätzliche Gebühren an. Beispielsweise beträgt die Gebühr bei einem Kaufpreis von 200.000 € etwa 435 € zuzüglich 19 % Mehrwertsteuer.
Rechtlich sind sowohl Käufer als auch Verkäufer Kostenschuldner. Das bedeutet, dass beide Parteien haftbar sind, falls eine Seite die Kosten nicht tragen kann. Üblicherweise trägt der Käufer den überwiegenden Teil der Notarkosten, während der Verkäufer für bestimmte Änderungen im Grundbuch aufkommt, wie zum Beispiel die Löschung alter Rechte.
Bonität des Käufers überprüfen
Es ist entscheidend, die Zahlungsfähigkeit des Käufers vor dem Notartermin zu überprüfen, um finanzielle Risiken zu minimieren. Die Überprüfung der Bonität kann durch Selbstauskünfte, Bankauskünfte oder die Einholung einer Schufa-Auskunft erfolgen. Diese Maßnahmen geben Aufschluss über die finanzielle Situation und die Kreditwürdigkeit des Käufers. Verkäufer sollten sich absichern, indem sie die Bonität des Käufers prüfen, bevor sie in die finalen Vertragsverhandlungen eintreten.
Die Grunderwerbsteuer, die zusätzlich zu den Notar- und Grundbuchkosten anfällt, variiert je nach Bundesland und muss ebenfalls von den Käufern getragen werden. Es ist wichtig, dass alle finanziellen Verpflichtungen klar im Kaufvertrag geregelt sind, um spätere Missverständnisse zu vermeiden.
Durch eine sorgfältige Planung und Vorbereitung kannst Du sicherstellen, dass der Notartermin und der gesamte Kaufprozess reibungslos und ohne unerwartete Kostenüberraschungen ablaufen.
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Langfristig planen
Bevor Du Deine Immobilie vermietest, lohnt es sich, die langfristige Perspektive zu klären. Ob als Kapitalanlage oder mit Blick auf spätere Eigennutzung oder Verkauf: Ziel ist, Entscheidungen so zu treffen, dass sie flexibel, wirtschaftlich sinnvoll und rechtlich abgesichert sind.
Wichtige Aspekte dabei:
Finanzielle Planung - Mieteinnahmen realistisch kalkulieren, Rücklagen einplanen, Verwaltung überschaubar halten.
Rechtliche Sicherheit - Alle Vereinbarungen und Fristen transparent und korrekt regeln.
Vertragsgestaltung - Mietverträge so gestalten, dass sie Deinen Zielen entsprechen und Anpassungen bei Bedarf ermöglichen.
Marktorientierte Mietpreise - Faire, marktgerechte Mieten sichern Einnahmen und erleichtern spätere Entscheidungen.
Recht & Alltag zusammen denken
Damit die Vermietung gut läuft, müssen rechtliche Vorgaben und der Vermietungsalltag zusammenpassen. Das bedeutet: Mietvertrag, Nebenkosten-abrechnung und Instandhaltungsplan früh mit rechtlicher Unterstützung erstellen und klar dokumentieren.
Gleichzeitig lohnt es sich, die Abläufe im Alltag klar zu regeln: Wer kümmert sich um Anfragen, Reparaturen oder Wartungen? Klare Abläufe und transparente Kommunikation machen den Alltag planbar und sorgen dafür, dass alles reibungslos läuft.
Finanziell realistisch bleiben
Neben den Mieteinnahmen gehören Rücklagen für Instandhaltung, Leerstände und unerwartete Kosten zur Kalkulation. Nur mit einem klaren Zahlenbild lassen sich gute Entscheidungen treffen.
Eine gute Grundlage für Deine Entscheidung bilden überprüfbare Informationen der potenziellen Mietpartei wie:
- eine vollständig ausgefüllte Selbstauskunft
- ein Arbeitsvertrag und die drei letzten Einkommensnachweise
- eine aktuelle Schufa-Auskunft
Diese Unterlagen geben Dir Orientierung, ob die Miete langfristig machbar ist.
Beispiele für typische Aufgaben einer Hausverwaltung:
- Erstellung und Versand der Nebenkostenabrechnungen
- Organisation von Reparaturen, Wartung und Instandhaltung
- Verwaltung von Mietverträgen, Kautionen und Mieterakten
- Kommunikation mit Handwerker:innenBehörden, oder Dienstleistern
- Durchführung von regelmäßigen Wohnungsbegehungen und Kontrollen
- Unterstützung bei Mieterwechseln, z. B. Wohnungsübergaben und Abnahmen
Wann darf die Miete erhöht werden?
Bei Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete
Die Miete darf höchstens so hoch sein, wie andere vergleichbare Wohnungen in der Umgebung (Mietspiegel), gesetzlich geregelt durch §558 BGB.
Nach Modernisierung
Führst Du Modernisierungen durch (z. B. neue Heizung, Fenster, Dämmung), darf ein Teil der Kosten auf die Miete umgelegt werden, §559 BGB.
Staffel- oder Indexmiete
Bei vertraglich vereinbarter Staffelmiete oder Indexmiete sind Erhöhungen im Mietvertrag festgelegt.
Fristen beachten
Mieterhöhungen müssen in der Regel mindestens drei Monate vorher angekündigt werden. Bei der Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete darf die Miete innerhalb von drei Jahren höchstens um 20 % steigen (in einigen Regionen 15 % - örtliche Regelungen beachten).
Wann darf eine Abmahnung erfolgen?
Vertragsverletzungen
Wenn Mieter:innen wiederholt Pflichten aus dem Mietvertrag verletzen, z. B. zahlungsrückstände, Ruhestörungen, unerlaubte Untervermietung oder Schäden an der Wohnung.
Vor Kündigung
Bei schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen ist eine Abmahnung häufig Voraussetzung, bevor eine fristgerechte Kündigung rechtlich wirksam werden kann.
Tipps:
Sachlich bleiben - Die Abmahnung soll informieren, nicht bestrafen.
Dokumentieren - Bewahre Kopien auf, um bei späteren Streitigkeiten abgesichert zu sein.
Zeitnah reagieren - Je schneller Du auf Verstöße reagierst, desto eher lassen sich Konflikte klären.
Wie muss eine Abmahnung zugestellt werden?
Schriftform empfohlen
Eine schriftliche Abmahnung ist rechtlich belastbarer und dokumentiert den Vorgang.
Zustellung
Am besten persönlich gegen Unterschrift oder per Einschreiben, damit Du nachweisen kannst, dass die Abmahnung zugestellt wurde.
Inhalt
- Konkrete Beschreibung des Verstoßes
- Bezug auf die entsprechende Vertrags- oder Rechtsgrundlage
- Aufforderung, das Verhalten künftig zu ändern
- Hinweis auf mögliche rechtliche Konsequenzen bei Wiederholung
Wann darf ich kündigen?
Ordentliche Kündigung durch den Vermieter
Die gesetzlichen Mindestkündigungsfristen richten sich nach der Mietdauer, §573c BGB:
- bis 5 Jahre Mietdauer → 3 Monate
- 5-8 Jahre → 6 Monate
- über 8 Jahre → 9 Monate
Welche Gründe sind zulässig?
Zulässige Kündigungsgründe, §573 BGB
- Eigenbedarf
- Dauerhafte Vertragsverletzungen (z. B. wiederholte Mietrückstände)
- Wirtschaftliche oder betriebliche Notwendigkeit
Wann ist eine fristlose Kündigung möglich?
Außerordentliche (fristlose) Kündigung, §543 BGB
Nur bei schwerwiegenden Pflichtverletzungen, z. B. erhebliche Zahlungsverzüge oder starke Störungen.
Welche Form ist zu beachten?
Schriftform Pflicht
Die Kündigung muss immer schriftlich erfolgen. Mündliche Kündigungen sind unwirksam.
Zustellung
- Persönlich mit Unterschrift der Mieter:in oder
- Per Einschreiben mit Rückschein
Zugestellt gilt die Kündigung
Sobald sie in den Machtbereich des Empfängers gelangt, sodass er die Möglichkeit hat, sie zur Kenntnis zu nehmen (z. B. beim Einwurf in den Briefkasten oder persönliche Übergabe).
Was ist zu dokumentieren?
Alle Schritte, Termine und Zustellungen
Die sollten sorgfältig dokumentiert werden, um im Streitfall rechtlich abgesichert zu sein.
Was ist darüber hinaus zu beachten?
Kommunikation, Reagieren und Absprachen
Klare Kommunikation, zeitnahes Reagieren auf Probleme und transparente Absprachen helfen oft, Kündigungen zu vermeiden. Ein offenes Mietverhältnis kann viele Konflikte schon im Vorfeld lösen.
