Baufinanzierung für Selbstständige: So klappt’s mit dem Kredit
Selbstständige müssen bei der Baufinanzierung strengere Anforderungen an Einkommensnachweise, Eigenkapital und Bonität erfüllen, da Banken ein höheres Ausfallrisiko sehen. Wir zeigen, wie es mit dem Kredit trotzdem klappt.

Alles Wichtige auf einen Blick
- Strengere Anforderungen: Banken schätzen das Ausfallrisiko für Selbstständige höher ein als für fest Angestellte, wodurch die Anforderungen höher sind.
- Einkommensnachweis & Bonität: Als Selbstständiger brauchst Du für eine erfolgreiche Finanzierung stabile Einkünfte über die letzten 3 Jahre, eine positive SCHUFA sowie vollständige Unterlagen wie Steuerbescheide, Jahresabschlüsse und BWAs.
- Hohe Eigenkapitalquote: Durch eine Eigenkapitalquote von 20 bis 30 % steigt die Chance auf einen erfolgreichen Kreditantrag und günstigere Zinsen.
- Branche beeinflusst Kreditvergabe: Dein Berufsfeld entscheidet über das Ausfallrisiko. Branchen wie Medizin oder IT gelten als sicherer und erhalten bessere Konditionen, während schwankungsanfällige Branchen wie Gastronomie oder Start-ups als risikoreich gelten und ggf. zu höheren Zinsen führen.
Für viele Hauskäufer ist die Baufinanzierung eine der größten Hürden auf dem Weg zur eigenen Immobilie. Die 8,5 % der deutschen Erwerbstätigen, die keinen festen Arbeitsvertrag haben sondern selbstständig sind, müssen besonders hohe Anforderungen an das vorhandene Eigenkapital und den Nachweis des Einkommens erfüllen. Welche Unterlagen Du im Unterschied zu Angestellten als Selbstständiger für den Antrag benötigst und wie sich die Selbstständigkeit auf Deine Baufinanzierung auswirkt, erfährst Du hier.
Baufinanzierung für Selbstständige: Was sind die Herausforderungen?
Banken verlangen aufgrund der hohen Darlehenssumme für eine Immobilie eine stabile Kreditsicherheit, weshalb Selbstständige bei der Beantragung einer Baufinanzierung größeren Herausforderungen gegenüberstehen als Angestellte. Angestellte mit unbefristetem Arbeitsvertrag erhalten jeden Monat dasselbe Gehalt, während das Einkommen von Selbstständigen stark schwanken kann. Um der Bank als Selbstständiger Dein Einkommen zu nachzuweisen, musst Du die Jahresabschlüsse, Steuerbescheide und betriebswirtschaftlichen Auswertungen der letzten drei Jahre einreichen. Da die Bank durch die Prüfung dieser Unterlagen einen zeitlichen Mehraufwand hat, kann sich die Baufinanzierung etwas verzögern.
Baufinanzierung mit Selbstständigkeit: Wie geht das?
Wenn Du die folgenden Punkte erfüllst, stehen Deine Chancen auf eine Baufinanzierung auch als Selbstständiger sehr gut.
- Stabiles Einkommen: Um eine Finanzierung zu erhalten, sollte Dein Einkommen der letzten drei Jahre im besten Fall stabil sein und keine größeren Schwankungen vorweisen.
- Positive SCHUFA: In jedem Fall benötigst Du eine gute Bonität und eine positive SCHUFA-Auskunft. Alte negative Einträge kannst Du unter Umständen vor der Beantragung der Finanzierung entfernen lassen.
- Hoher Eigenkapitalanteil: Als Selbstständiger ist Eigenkapital besonders wichtig. Eine Eigenkapitalquote von über 20 % des Kaufpreises zusätzlich zu den Kaufnebenkosten kann Deine Chancen auf eine Baufinanzierung signifikant erhöhen.
- Passende Bank wählen: Einige Banken vergeben Kredite an Selbstständige deutlich seltener als andere. Wir helfen Dir auf der Suche nach Deiner Baufinanzierung und helfen Dir, die passende Bank zu finden.
- Andere Finanzierungsmodelle nutzen: Neben der klassischen Baufinanzierung kannst Du auch Förderkredite oder private Darlehen für die Finanzierung Deiner Immobilie nutzen. Dadurch wird die Darlehenssumme, die Du von der regulären Bank benötigst, deutlich niedriger und die Chance auf eine Bewilligung der Finanzierung höher.
Welche Unterlagen brauchen Selbstständige für die Immobilienfinanzierung?
Während Hauskäufer mit einem festen Arbeitsverhältnis lediglich die letzten 3 Gehaltsabrechnungen als Einkommensnachweis vorlegen müssen, ist der Nachweis des Einkommens für Selbstständige deutlich komplizierter. Banken benötigen für die Bewilligung einer Baufinanzierung diverse Unterlagen:
- Jahresabschlüsse: Die Abschlüsse der letzten 2–3 Jahre geben der Bank Aufschluss über die finanzielle Situation Deiner Selbstständigkeit. Sie werden meist vom Steuerberater erstellt und enthalten eine Gewinn- und Verlustrechnung oder eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung.
- Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA): Diese Auswertung wird ebenfalls vom Steuerberater ausgestellt und enthält den Umsatz, die Kosten und den Gewinn Deiner selbständigen Tätigkeit.
- Steuerbescheide: Ein Steuerbescheid zeigt die vom Finanzamt anerkannten Einnahmen und Gewinne und bestätigt die Ergebnisse des Jahresabschlusses und der betriebswirtschaftlichen Auswertung.
- Kontoauszüge: Konto- oder Depotauszüge können als Nachweis für das angegebene Eigenkapital genutzt werden.
- Umsatzsteuervoranmeldung: Diese Voranmeldung gibt der Bank Aufschluss darüber, wie sich Dein Umsatz voraussichtlich in den nächsten Monaten entwickeln wird.
Welche Auswirkungen hat die Selbstständigkeit auf Deine Baufinanzierung?
Die Selbstständigkeit wirkt sich direkt auf die Bedingungen Deiner Baufinanzierung aus. So verlangen Banken oft höhere Zinsen, bewerten die Immobilie strenger und erwarten mehr Eigenkapital. Im Detail bedeutet das:
- Immobilie als Sicherheit: Bei Selbstständigen wird der Beleihungswert der Immobilie strenger bewertet als bei festangestellten Kreditnehmern. Achte auf einen realistischen Kaufpreis und idealerweise auf eine Region, die wirtschaftliches Wachstum erlebt.
- Höhere Zinsen: Banken verlangen von Selbstständigen aufgrund des höheren Ausfallrisikos und der schwerer planbaren Einnahmen Zinsaufschläge. Durch vollständige Unterlagen und längere Zinsbindungen kann dieser Zinsaufschlag jedoch minimiert werden.
- Mehr Eigenkapital: Besonders das Eigenkapital ist für Selbstständige essentiell. Banken gewähren bei einem höheren Eigenkapitalanteil niedrigere Zinsen und schätzen die Bonität der Käufer höher ein. Empfohlen werden zwischen 20 und 30 Prozent des Kaufpreises als Eigenkapital.
- Finanzierung zu zweit: Planst Du eine Baufinanzierung mit einer zweiten Person, die angestellt ist, zusammen, kann dies die Risikobewertung der Bank verbessern. Hierdurch erhältst Du mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Kredit und profitierst von besseren Zinsen.
Welche Auswirkungen hat die Branche auf Deine Baufinanzierung?
Die Branche ist für die Bewertung des Ausfallrisikos durch die Bank und den damit verbundenen Zinssatz essentiell. Einige Branchen werden von Banken aufgrund der hohen Nachfrage und des hohen Einkommens als besonders sicher eingestuft, während andere Branchen bei der Kreditvergabe benachteiligt sind:
- Niedriges Risiko: Diese Branchen erhalten in vielen Fällen ähnliche Darlehenskonditionen wie fest Angestellte. Hierzu zählen Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte, Ingenieure und IT-Dienstleister. Diese Berufe sind dauerhaft stark nachgefragt und meist mit einem hohen und relativ gleichbleibenden Einkommen verbunden.
- Mittleres Risiko: Für Branchen mit mittlerer Risikoeinstufung ist die Kreditvergabe etwas schwieriger als für Angehörige der niedrigeren Risikobranchen. Das sind Designer, Fotografen, Handwerker und kleine Gewerbetreibende. Diese Branchen beinhalten größere Schwankungen im Einkommen und höhere Ausfallraten.
- Hohes Risiko: Diese Branchen werden bei der Kreditvergabe aufgrund des hohen Ausfallrisikos mit besonders hohen Zinsen belegt. Das sind Gastronomie, Eventbranche und Start-ups. Hier liegt eine hohe Abhängigkeit von der aktuellen Wirtschaftslage vor und die Planbarkeit der Einnahmen ist niedriger als in anderen Branchen.
Wir begleiten Dich auf jedem Schritt zu Deiner Baufinanzierung. Buche jetzt einen unverbindlichen Termin und erhalte eine individuelle Beratung.
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Langfristig planen
Bevor Du Deine Immobilie vermietest, lohnt es sich, die langfristige Perspektive zu klären. Ob als Kapitalanlage oder mit Blick auf spätere Eigennutzung oder Verkauf: Ziel ist, Entscheidungen so zu treffen, dass sie flexibel, wirtschaftlich sinnvoll und rechtlich abgesichert sind.
Wichtige Aspekte dabei:
Finanzielle Planung - Mieteinnahmen realistisch kalkulieren, Rücklagen einplanen, Verwaltung überschaubar halten.
Rechtliche Sicherheit - Alle Vereinbarungen und Fristen transparent und korrekt regeln.
Vertragsgestaltung - Mietverträge so gestalten, dass sie Deinen Zielen entsprechen und Anpassungen bei Bedarf ermöglichen.
Marktorientierte Mietpreise - Faire, marktgerechte Mieten sichern Einnahmen und erleichtern spätere Entscheidungen.
Recht & Alltag zusammen denken
Damit die Vermietung gut läuft, müssen rechtliche Vorgaben und der Vermietungsalltag zusammenpassen. Das bedeutet: Mietvertrag, Nebenkosten-abrechnung und Instandhaltungsplan früh mit rechtlicher Unterstützung erstellen und klar dokumentieren.
Gleichzeitig lohnt es sich, die Abläufe im Alltag klar zu regeln: Wer kümmert sich um Anfragen, Reparaturen oder Wartungen? Klare Abläufe und transparente Kommunikation machen den Alltag planbar und sorgen dafür, dass alles reibungslos läuft.
Finanziell realistisch bleiben
Neben den Mieteinnahmen gehören Rücklagen für Instandhaltung, Leerstände und unerwartete Kosten zur Kalkulation. Nur mit einem klaren Zahlenbild lassen sich gute Entscheidungen treffen.
Eine gute Grundlage für Deine Entscheidung bilden überprüfbare Informationen der potenziellen Mietpartei wie:
- eine vollständig ausgefüllte Selbstauskunft
- ein Arbeitsvertrag und die drei letzten Einkommensnachweise
- eine aktuelle Schufa-Auskunft
Diese Unterlagen geben Dir Orientierung, ob die Miete langfristig machbar ist.
Beispiele für typische Aufgaben einer Hausverwaltung:
- Erstellung und Versand der Nebenkostenabrechnungen
- Organisation von Reparaturen, Wartung und Instandhaltung
- Verwaltung von Mietverträgen, Kautionen und Mieterakten
- Kommunikation mit Handwerker:innenBehörden, oder Dienstleistern
- Durchführung von regelmäßigen Wohnungsbegehungen und Kontrollen
- Unterstützung bei Mieterwechseln, z. B. Wohnungsübergaben und Abnahmen
Wann darf die Miete erhöht werden?
Bei Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete
Die Miete darf höchstens so hoch sein, wie andere vergleichbare Wohnungen in der Umgebung (Mietspiegel), gesetzlich geregelt durch §558 BGB.
Nach Modernisierung
Führst Du Modernisierungen durch (z. B. neue Heizung, Fenster, Dämmung), darf ein Teil der Kosten auf die Miete umgelegt werden, §559 BGB.
Staffel- oder Indexmiete
Bei vertraglich vereinbarter Staffelmiete oder Indexmiete sind Erhöhungen im Mietvertrag festgelegt.
Fristen beachten
Mieterhöhungen müssen in der Regel mindestens drei Monate vorher angekündigt werden. Bei der Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete darf die Miete innerhalb von drei Jahren höchstens um 20 % steigen (in einigen Regionen 15 % - örtliche Regelungen beachten).
Wann darf eine Abmahnung erfolgen?
Vertragsverletzungen
Wenn Mieter:innen wiederholt Pflichten aus dem Mietvertrag verletzen, z. B. zahlungsrückstände, Ruhestörungen, unerlaubte Untervermietung oder Schäden an der Wohnung.
Vor Kündigung
Bei schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen ist eine Abmahnung häufig Voraussetzung, bevor eine fristgerechte Kündigung rechtlich wirksam werden kann.
Tipps:
Sachlich bleiben - Die Abmahnung soll informieren, nicht bestrafen.
Dokumentieren - Bewahre Kopien auf, um bei späteren Streitigkeiten abgesichert zu sein.
Zeitnah reagieren - Je schneller Du auf Verstöße reagierst, desto eher lassen sich Konflikte klären.
Wie muss eine Abmahnung zugestellt werden?
Schriftform empfohlen
Eine schriftliche Abmahnung ist rechtlich belastbarer und dokumentiert den Vorgang.
Zustellung
Am besten persönlich gegen Unterschrift oder per Einschreiben, damit Du nachweisen kannst, dass die Abmahnung zugestellt wurde.
Inhalt
- Konkrete Beschreibung des Verstoßes
- Bezug auf die entsprechende Vertrags- oder Rechtsgrundlage
- Aufforderung, das Verhalten künftig zu ändern
- Hinweis auf mögliche rechtliche Konsequenzen bei Wiederholung
Wann darf ich kündigen?
Ordentliche Kündigung durch den Vermieter
Die gesetzlichen Mindestkündigungsfristen richten sich nach der Mietdauer, §573c BGB:
- bis 5 Jahre Mietdauer → 3 Monate
- 5-8 Jahre → 6 Monate
- über 8 Jahre → 9 Monate
Welche Gründe sind zulässig?
Zulässige Kündigungsgründe, §573 BGB
- Eigenbedarf
- Dauerhafte Vertragsverletzungen (z. B. wiederholte Mietrückstände)
- Wirtschaftliche oder betriebliche Notwendigkeit
Wann ist eine fristlose Kündigung möglich?
Außerordentliche (fristlose) Kündigung, §543 BGB
Nur bei schwerwiegenden Pflichtverletzungen, z. B. erhebliche Zahlungsverzüge oder starke Störungen.
Welche Form ist zu beachten?
Schriftform Pflicht
Die Kündigung muss immer schriftlich erfolgen. Mündliche Kündigungen sind unwirksam.
Zustellung
- Persönlich mit Unterschrift der Mieter:in oder
- Per Einschreiben mit Rückschein
Zugestellt gilt die Kündigung
Sobald sie in den Machtbereich des Empfängers gelangt, sodass er die Möglichkeit hat, sie zur Kenntnis zu nehmen (z. B. beim Einwurf in den Briefkasten oder persönliche Übergabe).
Was ist zu dokumentieren?
Alle Schritte, Termine und Zustellungen
Die sollten sorgfältig dokumentiert werden, um im Streitfall rechtlich abgesichert zu sein.
Was ist darüber hinaus zu beachten?
Kommunikation, Reagieren und Absprachen
Klare Kommunikation, zeitnahes Reagieren auf Probleme und transparente Absprachen helfen oft, Kündigungen zu vermeiden. Ein offenes Mietverhältnis kann viele Konflikte schon im Vorfeld lösen.
