Baufinanzierung für junge Familien: mit Sicherheit ins Eigenheim
Junge Familien können durch gute Haushaltsplanung, gezielten Eigenkapitalaufbau, Nutzung staatlicher Förderungen und professionelle Beratung ihre Baufinanzierung realistisch gestalten und so den Traum vom Eigenheim erfolgreich verwirklichen.

Alles Wichtige auf einen Blick:
- Plane Deine Baufinanzierung vorausschauend: Berücksichtige bei der Planung eures Eigenheims unbedingt die veränderte Lebenssituation – zum Beispiel durch Elternzeit, reduziertes Einkommen und zusätzliche Ausgaben für Kinder. Eine realistische Haushaltsrechnung ist die Grundlage jeder erfolgreichen Finanzierung.
- Nutze staatliche und regionale Förderungen gezielt: Als junge Familie habt ihr Zugang zu speziellen Förderprogrammen, etwa von der KfW oder regionalen Investitionsbanken. Diese bieten oft besonders günstige Zinsen und erleichtern den Einstieg ins Eigenheim deutlich.
- Sichere Dir finanzielle Flexibilität: Auch wenn jeder Euro zählt, plane unbedingt Rücklagen für unerwartete Ausgaben ein. Achte bei der Kreditwahl auf flexible Optionen wie Sondertilgungen oder Ratenpausen. Das gibt Dir und Deiner Familie mehr Spielraum, wenn sich Deine Situation verändert.
- So klappt’s auch während der Elternzeit: Eine Baufinanzierung ist auch möglich, wenn ein Elternteil in Elternzeit ist – vorausgesetzt, das verbleibende Einkommen reicht aus und ihr könnt die spätere Rückkehr in den Beruf nachweisen.
Die eigenen vier Wände sind vor allem für viele junge Familien ein großes Ziel im Leben. Die Sicherheit im Alter und der Gestaltungsspielraum, den eine eigene Immobilie bietet, machen den Hauskauf zum Wunsch vieler Familien. Für die meisten jungen Familien stellt die Baufinanzierung die größte Hürde auf dem Weg zum Eigenheim dar. Geringes Eigenkapital, kleine Kinder und die Elternzeit können den Weg zur Finanzierung erschweren. Wie ihr euch als junge Familie trotzdem den Traum vom Eigenheim verwirklichen könnt und welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt, erfahrt ihr hier.
Realistische Budgetplanung als Grundbaustein für die Baufinanzierung junger Familien
Gerade für junge Familien mit dem Wunsch nach einem Eigenheim ist eine sorgfältige Finanzplanung entscheidend. Damit Du realistisch einschätzen kannst, welche Immobilie ihr euch als Familie leisten könnt, ist es wichtig, das persönliche Budget genau zu kennen und clever zu planen. Mit dem richtigen Vorgehen legt ihr den Grundstein für eine stabile und stressfreie Baufinanzierung:
- Haushaltsplan erstellen: Erfasse alle monatlichen Einnahmen aller Haushaltsmitglieder (z. B. Nettolohn, Kindergeld, Renten).
- Ausgaben erfassen: Kalkuliere regelmäßige Kosten wie Lebensmittel, Versicherungen, Telefon, Abonnements und zukünftige Betriebskosten.
- Überschuss berechnen: Einnahmen minus Ausgaben = verfügbarer Betrag für die monatliche Kreditrate.
- Budgetrechner nutzen: Tools wie der effi Budgetrechner helfen Dir, den maximal möglichen Kaufpreis zu ermitteln.
- Kreditrate festlegen: Plane maximal 35 % des Nettoeinkommens als monatliche Baufinanzierungsrate ein.
- Eigenkapital prüfen: Erhalte günstigere Konditionen, indem Du so viel Eigenkapital wie möglich einbringst.
- Finanzielle Puffer einplanen: Berücksichtige auch Rücklagen für unerwartete Ausgaben wie Haushaltsgeräte oder Urlaube.
- Beratung in Anspruch nehmen: Unsere Finanzierungsexperten unterstützen unverbindlich dabei, individuelle Lösungen zu finden, auch wenn Dein Einkommen oder Eigenkapital begrenzt ist.
Baufinanzierung für junge Familien: 10 Tipps
Die Baufinanzierung für junge Familien unterscheidet sich teilweise von den Hauskrediten anderer Kreditnehmer. Diese 10 Tipps helfen Dir, einen Baukredit zu erhalten.
- Elternzeit einplanen: Die Elternzeit ist ein wichtiger Faktor, der die finanzielle Situation einer Familie stark verändert. Diese sollte so geplant werden, dass die Baufinanzierung trotzdem in das Budget passt.
- Gemeinsam beantragen: Zwar kann auch nur ein Elternteil die Baufinanzierung beantragen, jedoch bringt die gemeinsame Beantragung viele Vorteile mit sich: mehr Sicherheit für die Bank, höhere gemeinsame Bonität und eine stärkere finanzielle Absicherung.
- Lage der Immobilie prüfen: Besonders die Umgebung der Immobilie sollte in die Planung mit einbezogen werden. Schulen, Kindergärten und weitere Angebote für Kinder sollten sich bestenfalls in der Nähe der Immobilie befinden. Auch eine familienfreundliche Nachbarschaft kann zur familiären Zufriedenheit beitragen.
- Langfristig planen: Beim Hauskauf sollte die zukünftige Situation Deiner Familie bereits bedacht werden. Steht eventuell ein Jobwechsel an oder sind noch mehr Kinder geplant, kann dies die Auswahl der Immobilie stark beeinflussen.
- Flexibilität wahren: Viele Banken bieten Kredite mit Sondertilgungs- oder Ratenpauseoptionen an. Diese bieten eine hohe Flexibilität, wenn sich unerwartet etwas an Deiner finanziellen Situation ändert.
- Förderungen beantragen: Viele Förderprogramme sind speziell an junge Familien gerichtet und bieten im Vergleich zu herkömmlichen Darlehen stark verbilligte Zinsen. Diese Förderdarlehen solltest Du in jedem Fall beim Abschluss Deiner Finanzierung berücksichtigen.
- Rücklagen bilden: Obwohl der Hauskauf eine starke finanzielle Belastung für eine junge Familie darstellt, sollten für finanzielle Engpässe Rücklagen gebildet werden. Nutze nicht jeden Cent als Eigenkapital, sondern behalte Dir etwas für unvorhergesehene Ausgaben zurück.
- Betreuungskosten kalkulieren: Sobald die Elternzeit beendet ist und die Kinder in den Kindergarten oder in die Schule gehen, kommen zusätzliche Betreuungskosten auf Dich zu. Diese solltest Du stets in Deiner Haushaltsrechnung berücksichtigen.
- Jobrückkehr nachweisen: Für die Vergabe einer Baufinanzierung ist die Rückkehr des in Elternzeit befindlichen Elternteils in den Job essentiell. Lass Dir diese Rückkehr am besten vom Arbeitgeber bestätigen.
- Mit Bausparvertrag gezielt Eigenkapital aufbauen: Ein Bausparvertrag hilft Dir, regelmäßig zu sparen. So sammelst Du Eigenkapital und sicherst Dir gleichzeitig ein zinsgünstiges Darlehen – ideal für junge Familien, die erst in ein paar Jahren ein Eigenheim erwerben wollen.
Immobilienkredit trotz Elternzeit: Wie geht das?
Während der Elternzeit eines der Elternteile ist das Einkommen der Familie deutlich niedriger. Das muss Dich jedoch nicht davon abhalten, den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Da eins der beiden Haushaltseinkommen wegfällt und durch Elterngeld teilweise ersetzt wird, gibt es jedoch höhere Anforderungen der Banken bei der Vergabe einer Baufinanzierung. Diese Voraussetzungen solltest Du für die Bewilligung eines Immobilienkredits in der Elternzeit erfüllen:
- Das verbleibende Einkommen des berufstätigen Elternteils sollte ausreichen, um die Rate der Baufinanzierung alleine tragen zu können. Die Bank setzt hier eine hohe Bonität der Kreditnehmer voraus.
- Banken verlangen meist einen Nachweis, dass das Elternteil, welches in Elternzeit nicht arbeitet, nach dem Ende der Elternzeit wieder in den alten Beruf zurückkehrt. Dieser Nachweis kann ein ungekündigter Arbeitsvertrag oder eine schriftliche Zusicherung des Arbeitgebers sein.
- Wenn sich ein Elternteil in Elternzeit befindet, ist Eigenkapital noch wichtiger als bei zwei berufstätigen Kreditnehmern. Durch das Eigenkapital ist die Darlehenssumme niedriger und die Bank hat eine höhere Sicherheit. Zusätzlich zu den Nebenkosten sind 20 % des Immobilienpreises als Eigenkapital empfehlenswert.
- Obwohl Elterngeld ausbezahlt wird, wird es von der Bank nicht als Einkommen anerkannt, da es zeitlich befristet ist. Im Rahmen der Haushaltsrechnung sollte das Budget entsprechend ohne Einbezug des Elterngeldes berechnet werden.
Staatliche Förderungen und Zuschüsse für junge Familien
Sowohl regionale als auch bundesweite Förderprogramme bieten vor allem jungen Familien attraktive Darlehensbedingungen für den Erwerb einer Immobilie zur Selbstnutzung. Vor allem die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet attraktive Zinsen und flexible Kreditkonditionen für Kreditnehmer mit Kindern. Das sind die wichtigsten Förderprogramme für junge Familien.
- KfW: Wohneigentum für Familien (300): Diese KfW-Förderung richtet sich ausschließlich an Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind. Die KfW gewährt bis zu 270.000 € an Darlehen für den Neubau einer sehr energieeffizienten Immobilie. Zwar bietet die KfW ab 0,34 % effektiven Jahreszins, jedoch müssen für die Bewilligung des Kredits die vorgegebenen Einkommensgrenzen eingehalten werden.
- KfW: Jung kauft Alt (308): Mit dem “Jung kauft Alt”-Programm fördert die KfW den Kauf von unsanierten Immobilien durch junge Familien, welche die gekaufte Immobilie im Anschluss sanieren möchten. Bis zu 150.000 € Darlehen zu einem Zinssatz ab 0,34 % stellt die KfW jungen Familien zur Verfügung, deren versteuertes Einkommen die Einkommensgrenzen der KfW nicht überschreitet.
- Regionale Förderungen: In manchen Fällen bieten weder die Hausbank noch die KfW, sondern regionale Investitionsbanken den besten Zinssatz für Dein Darlehen. Je nach Bundesland kannst Du unterschiedliche Darlehen beantragen und dabei sogar teilweise von 0 % Sollzinssatz profitieren. Welche regionalen Förderprogramme es gibt und ob sich diese für Dich lohnen, liest Du hier.
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Langfristig planen
Bevor Du Deine Immobilie vermietest, lohnt es sich, die langfristige Perspektive zu klären. Ob als Kapitalanlage oder mit Blick auf spätere Eigennutzung oder Verkauf: Ziel ist, Entscheidungen so zu treffen, dass sie flexibel, wirtschaftlich sinnvoll und rechtlich abgesichert sind.
Wichtige Aspekte dabei:
Finanzielle Planung - Mieteinnahmen realistisch kalkulieren, Rücklagen einplanen, Verwaltung überschaubar halten.
Rechtliche Sicherheit - Alle Vereinbarungen und Fristen transparent und korrekt regeln.
Vertragsgestaltung - Mietverträge so gestalten, dass sie Deinen Zielen entsprechen und Anpassungen bei Bedarf ermöglichen.
Marktorientierte Mietpreise - Faire, marktgerechte Mieten sichern Einnahmen und erleichtern spätere Entscheidungen.
Recht & Alltag zusammen denken
Damit die Vermietung gut läuft, müssen rechtliche Vorgaben und der Vermietungsalltag zusammenpassen. Das bedeutet: Mietvertrag, Nebenkosten-abrechnung und Instandhaltungsplan früh mit rechtlicher Unterstützung erstellen und klar dokumentieren.
Gleichzeitig lohnt es sich, die Abläufe im Alltag klar zu regeln: Wer kümmert sich um Anfragen, Reparaturen oder Wartungen? Klare Abläufe und transparente Kommunikation machen den Alltag planbar und sorgen dafür, dass alles reibungslos läuft.
Finanziell realistisch bleiben
Neben den Mieteinnahmen gehören Rücklagen für Instandhaltung, Leerstände und unerwartete Kosten zur Kalkulation. Nur mit einem klaren Zahlenbild lassen sich gute Entscheidungen treffen.
Eine gute Grundlage für Deine Entscheidung bilden überprüfbare Informationen der potenziellen Mietpartei wie:
- eine vollständig ausgefüllte Selbstauskunft
- ein Arbeitsvertrag und die drei letzten Einkommensnachweise
- eine aktuelle Schufa-Auskunft
Diese Unterlagen geben Dir Orientierung, ob die Miete langfristig machbar ist.
Beispiele für typische Aufgaben einer Hausverwaltung:
- Erstellung und Versand der Nebenkostenabrechnungen
- Organisation von Reparaturen, Wartung und Instandhaltung
- Verwaltung von Mietverträgen, Kautionen und Mieterakten
- Kommunikation mit Handwerker:innenBehörden, oder Dienstleistern
- Durchführung von regelmäßigen Wohnungsbegehungen und Kontrollen
- Unterstützung bei Mieterwechseln, z. B. Wohnungsübergaben und Abnahmen
Wann darf die Miete erhöht werden?
Bei Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete
Die Miete darf höchstens so hoch sein, wie andere vergleichbare Wohnungen in der Umgebung (Mietspiegel), gesetzlich geregelt durch §558 BGB.
Nach Modernisierung
Führst Du Modernisierungen durch (z. B. neue Heizung, Fenster, Dämmung), darf ein Teil der Kosten auf die Miete umgelegt werden, §559 BGB.
Staffel- oder Indexmiete
Bei vertraglich vereinbarter Staffelmiete oder Indexmiete sind Erhöhungen im Mietvertrag festgelegt.
Fristen beachten
Mieterhöhungen müssen in der Regel mindestens drei Monate vorher angekündigt werden. Bei der Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete darf die Miete innerhalb von drei Jahren höchstens um 20 % steigen (in einigen Regionen 15 % - örtliche Regelungen beachten).
Wann darf eine Abmahnung erfolgen?
Vertragsverletzungen
Wenn Mieter:innen wiederholt Pflichten aus dem Mietvertrag verletzen, z. B. zahlungsrückstände, Ruhestörungen, unerlaubte Untervermietung oder Schäden an der Wohnung.
Vor Kündigung
Bei schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen ist eine Abmahnung häufig Voraussetzung, bevor eine fristgerechte Kündigung rechtlich wirksam werden kann.
Tipps:
Sachlich bleiben - Die Abmahnung soll informieren, nicht bestrafen.
Dokumentieren - Bewahre Kopien auf, um bei späteren Streitigkeiten abgesichert zu sein.
Zeitnah reagieren - Je schneller Du auf Verstöße reagierst, desto eher lassen sich Konflikte klären.
Wie muss eine Abmahnung zugestellt werden?
Schriftform empfohlen
Eine schriftliche Abmahnung ist rechtlich belastbarer und dokumentiert den Vorgang.
Zustellung
Am besten persönlich gegen Unterschrift oder per Einschreiben, damit Du nachweisen kannst, dass die Abmahnung zugestellt wurde.
Inhalt
- Konkrete Beschreibung des Verstoßes
- Bezug auf die entsprechende Vertrags- oder Rechtsgrundlage
- Aufforderung, das Verhalten künftig zu ändern
- Hinweis auf mögliche rechtliche Konsequenzen bei Wiederholung
Wann darf ich kündigen?
Ordentliche Kündigung durch den Vermieter
Die gesetzlichen Mindestkündigungsfristen richten sich nach der Mietdauer, §573c BGB:
- bis 5 Jahre Mietdauer → 3 Monate
- 5-8 Jahre → 6 Monate
- über 8 Jahre → 9 Monate
Welche Gründe sind zulässig?
Zulässige Kündigungsgründe, §573 BGB
- Eigenbedarf
- Dauerhafte Vertragsverletzungen (z. B. wiederholte Mietrückstände)
- Wirtschaftliche oder betriebliche Notwendigkeit
Wann ist eine fristlose Kündigung möglich?
Außerordentliche (fristlose) Kündigung, §543 BGB
Nur bei schwerwiegenden Pflichtverletzungen, z. B. erhebliche Zahlungsverzüge oder starke Störungen.
Welche Form ist zu beachten?
Schriftform Pflicht
Die Kündigung muss immer schriftlich erfolgen. Mündliche Kündigungen sind unwirksam.
Zustellung
- Persönlich mit Unterschrift der Mieter:in oder
- Per Einschreiben mit Rückschein
Zugestellt gilt die Kündigung
Sobald sie in den Machtbereich des Empfängers gelangt, sodass er die Möglichkeit hat, sie zur Kenntnis zu nehmen (z. B. beim Einwurf in den Briefkasten oder persönliche Übergabe).
Was ist zu dokumentieren?
Alle Schritte, Termine und Zustellungen
Die sollten sorgfältig dokumentiert werden, um im Streitfall rechtlich abgesichert zu sein.
Was ist darüber hinaus zu beachten?
Kommunikation, Reagieren und Absprachen
Klare Kommunikation, zeitnahes Reagieren auf Probleme und transparente Absprachen helfen oft, Kündigungen zu vermeiden. Ein offenes Mietverhältnis kann viele Konflikte schon im Vorfeld lösen.
